Ein selbst gebasteltes Angelspiel bringt an Regentagen, beim Kindergeburtstag oder im Kindergarten schnell Bewegung auf den Tisch. Mit Karton, etwas Farbe, Büroklammern und einem Magneten entsteht in kurzer Zeit ein Spiel, das sich an Alter, Raum und Anlass anpassen lässt. Ich zeige, welche Materialien wirklich nötig sind, wie die Fische stabil werden und welche Varianten sich in der Praxis bewähren.
Mit wenigen Teilen wird aus Karton ein spannendes Angelspiel
- Materialkosten liegen meist bei etwa 5 bis 12 Euro, wenn Grundausstattung vorhanden ist.
- Für die Fische eignen sich stabile Pappe, Moosgummi oder Filz.
- Ein kleiner Magnet an der Angel und eine Büroklammer am Fisch sorgen für den Angelmechanismus.
- Die Angel sollte ungefähr 40 bis 60 Zentimeter lang sein, damit Kinder sie gut führen können.
- Lose Magnete und Kleinteile gehören nicht in die Hände unbeaufsichtigter Kleinkinder.

Material und Aufbau sinnvoll auswählen
Ich halte den Aufbau bewusst einfach. Für ein klassisches Spiel brauche ich eine flache Kiste oder einen Karton als Teich, farbiges Papier oder Bastelkarton, Schere, Kleber, Stifte, Schnur, einen Holzstab und einen kleinen Magneten. Dazu kommen Büroklammern oder kleine Metallringe, die später an den Fischen befestigt werden.
Wer regelmäßig mit Kindern bastelt, kann statt dünner Pappe auch Moosgummi mit einer Stärke von etwa 2 bis 3 Millimetern verwenden. Das Material ist farbenfroh, leicht zu schneiden und etwas unempfindlicher gegen Knicke. Für eine besonders nachhaltige Variante reichen ein leerer Versandkarton, Papierreste und eine gebrauchte Geschenkbox als Teich.
| Material | Richtwert | Meine Einschätzung |
|---|---|---|
| Karton oder Moosgummi | 10 bis 20 Fischformen | Moosgummi hält länger, Karton ist meist kostenlos vorhanden. |
| Magnet | 1 kleiner Haftmagnet | Ein flacher Magnet reicht völlig aus. |
| Schnur | 50 bis 70 cm | Baumwollschnur lässt sich gut knoten und liegt angenehm in der Hand. |
| Stab | 40 bis 60 cm | Ein gerader Holzstab oder ein stabiler Eisstiel funktioniert gut. |
| Büroklammern | 1 pro Fisch | Sie sind günstig und ziehen zuverlässig am Magneten. |
Als Teich genügt eine flache Schachtel mit ungefähr 30 bis 40 Zentimetern Seitenlänge. Ich beklebe sie gern mit blauem Papier und lege zusätzlich grüne Papierstreifen als Wasserpflanzen hinein. Zu hohe Ränder sehen zwar hübsch aus, erschweren jüngeren Kindern aber das Angeln.
Die Fische basteln ohne komplizierte Vorlage
Für die Fischformen zeichne ich zunächst eine einfache Silhouette auf Karton. Ein Körper von etwa 8 bis 12 Zentimetern Länge ist für Kinderhände gut sichtbar und lässt sich leicht greifen, ohne dass der Teich sofort überfüllt wirkt. Kleine Unterschiede bei Form und Farbe machen das Spiel später abwechslungsreicher.
- Eine Fischform auf Karton, Moosgummi oder Filz zeichnen.
- Die Form ausschneiden und mit Augen, Schuppen oder Streifen gestalten.
- Eine Büroklammer an der Kopfspitze befestigen.
- Bei dünnem Karton die Spitze mit einem kleinen Stück Klebeband verstärken.
- Prüfen, ob die Büroklammer sicher sitzt und der Magnet sie anheben kann.
Ich lasse die Kinder die Fische möglichst selbst bemalen. Das dauert manchmal länger, macht aus dem Spiel aber ein persönliches Projekt. Besonders gut funktionieren Farbcodes, etwa rote Fische für zwei Punkte und gelbe Fische für einen Punkt. So entsteht aus einer Bastelidee nebenbei ein kleines Zahlenspiel.
Eine wichtige Erfahrung aus vielen Bastelrunden ist, dass zu viel Dekoration eher stört. Große Papierflossen oder lose Glitzerteile verhaken sich schnell an der Angelschnur. Ich bevorzuge klare Formen und wenige, gut befestigte Details.
Die Angel Schritt für Schritt bauen
Die Angel ist in wenigen Minuten fertig. Ich befestige eine Schnur an einem geraden Holzstab und knote an das untere Ende einen kleinen Magneten. Der Magnet sollte nicht lose an der Schnur hängen, sondern zusätzlich mit einem festen Knoten und etwas Klebeband oder einem Schrumpfschlauch gesichert werden.
- Ein Ende der Schnur etwa 5 Zentimeter vom Stabende entfernt festknoten.
- Die Schnur auf ungefähr 50 Zentimeter kürzen.
- Den Magneten am freien Ende befestigen.
- Die Verbindung kräftig testen, bevor ein Kind damit spielt.
- Die Angel auf scharfe Kanten und abstehende Fäden kontrollieren.
Für jüngere Kinder kürze ich die Schnur auf 35 bis 45 Zentimeter. Eine lange Schnur wirkt zunächst spannend, führt aber schnell zu Knoten und Frust. Für Schulkinder darf sie etwas länger sein, besonders wenn der Teich auf dem Boden steht.
Wer keinen Magneten verwenden möchte, kann eine kleine Schlaufe an der Schnur befestigen und Fische mit passenden Haken gestalten. Diese Lösung ist jedoch weniger zuverlässig. Der Magnetmechanismus funktioniert meiner Erfahrung nach am flüssigsten und macht das eigentliche Fangen für Kinder deutlich befriedigender.
Spielregeln, die wirklich zum Alter passen
Die einfachste Variante besteht darin, alle Fische in den Teich zu legen und reihum zu angeln. Wer einen Fisch fängt, darf ihn behalten. Für kleinere Kinder reicht dieses Erfolgserlebnis völlig aus, während ältere Kinder an Regeln mit Farben, Zahlen oder Zeitvorgaben Freude haben.
| Variante | Geeignet für | So funktioniert sie |
|---|---|---|
| Freies Angeln | ab etwa 3 Jahren | Jedes Kind angelt, bis alle Fische verteilt sind. |
| Farben sammeln | Kindergartenalter | Eine Farbe wird genannt und muss gezielt gefangen werden. |
| Punktesystem | ab etwa 5 Jahren | Die Rückseite der Fische trägt Werte von 1 bis 3 Punkten. |
| Rechen-Angelspiel | Grundschulkinder | Auf den Fischen stehen Aufgaben oder Ergebnisse. |
Besonders praktisch finde ich die Lernvariante mit Zahlen auf der Rückseite. Das Kind zieht zum Beispiel eine Karte mit der Zahl 7 und darf nur Fische mit dieser Zahl angeln. So bleibt die Bewegung im Vordergrund, während spielerisch Mengen, Farben oder erste Rechenaufgaben geübt werden.
Für einen Kindergeburtstag teile ich die Kinder in Zweiergruppen ein und begrenze eine Runde auf zwei bis drei Minuten. Dadurch wartet niemand zu lange, und das Spiel bleibt lebendig. Eine kleine Belohnung ist nicht nötig, denn der Wettbewerb funktioniert auch mit Punkten, Stickern oder einer gemeinsamen Schatzkarte.
Haltbarkeit und Sicherheit von Anfang an mitdenken
Die häufigste Schwachstelle ist nicht der Fisch, sondern die Verbindung zwischen Schnur und Magnet. Bevor das Spiel zum Einsatz kommt, ziehe ich mehrmals kräftig daran. Löst sich etwas, wird nachgebessert, denn kleine Magnete können verschluckt werden und gehören nicht in unbeaufsichtigte Kinderhände.
Bei Kindern unter drei Jahren würde ich lose Büroklammern, Magnete und ablösbare Dekoration nicht verwenden. Auch bei älteren Kindern bleibt eine erwachsene Person in der Nähe, wenn Kleinteile im Spiel sind. Für eine Kleinkindgruppe ist eine Variante mit großen, fest vernähten oder dauerhaft befestigten Elementen die bessere Wahl.
Feuchtigkeit sollte das Spiel ebenfalls nicht überraschen. Für die Badewanne eignen sich nur Materialien, die Wasser vertragen, etwa Kunststofffolie oder beschichtetes Moosgummi. Gewöhnlicher Karton wird weich und verliert schnell seine Form, deshalb würde ich die klassische Pappversion ausschließlich trocken verwenden.
Wenn ein Fisch nach wenigen Runden knickt, klebe ich ihn einfach auf eine zweite Kartonschicht. Das kostet kaum mehr Zeit als ein kompletter Neustart. Für die Aufbewahrung lege ich Teich, Fische und Angel in eine flache Kiste und entferne den Magneten nur dann, wenn kleine Kinder Zugang zum Bastelmaterial haben.
Mit kleinen Änderungen wird daraus ein langlebiges Familienspiel
Ich würde nicht versuchen, das Angelspiel unnötig kompliziert zu bauen. Stabile Fischformen, eine gut gesicherte Angel und klare Regeln machen im Alltag den größten Unterschied. Der Rest darf ruhig improvisiert sein, denn gerade die selbst gemalten Fische geben dem Spiel seinen Charme.
Wer später Abwechslung braucht, kann neue Fische ergänzen, Aufgaben auf die Rückseiten schreiben oder den Teich passend zu einer Jahreszeit gestalten. Im Herbst werden daraus Blätter und Waldtiere, im Sommer bunte Meeresfische. So bleibt die Grundkonstruktion gleich, während das Spiel mit der Fantasie der Kinder mitwächst.
Für mich ist das die stärkste Seite dieser Bastelidee: Sie kostet wenig, lässt sich an vorhandene Materialien anpassen und verbindet kreatives Gestalten mit Bewegung. Nach rund 30 bis 45 Minuten Bastelzeit ist eine spielbereite Version fertig, die sich immer wieder neu bespielen lässt.